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Verhalten bei Gewitter


Wo findet man sicheren Schutz?

Grundsätzlich bieten Gebäude mit Blitzschutzanlagen, Fahrzeuge mit Ganzmetallkarosserie, wie Autos, Kabinen von Baumaschinen, Eisenbahnwagen, Campingwagen oder Metallkabinen von Seilbahnen einen sicheren Schutz vor Blitzeinschlag.
Bei herannahendem Gewitter sollte man den Aufenthalt im Freien vermeiden und rechtzeitig geschützte Bereiche aufsuchen. Alle Personen, ganz gleich ob sie zu Fuß oder zu Pferde, mit dem Fahrrad oder Motorrad, oder in einem offenen Fahrzeug unterwegs sind, sind von Blitzen bedroht. Zeichen für herannahende Gewitter sind aufsteigende Haufenwolken, Schwüle mit aufkommendem Wind, Donner und Wetterleuchten. Die Entfernung eines Gewitters vom Standort eines Beobachters lässt sich einfach über die Schallgeschwindigkeit aus der Zeit zwischen dem Aufleuchten des Blitzes und dem Donner abschätzen. Bei Zeiten unter 10 Sekunden ist das Gewitter gefährlich nahe, aber auch bei Zeiten zwischen 10 und 20 Sekunden ist die Situation noch gefährlich.


Wie verhält man sich bei Gewitter in festen Gebäuden?

In Gebäuden mit einer vom Fachmann nach dem Stand der Technik projektierten und installierten Blitzschutzanlage stellen Blitze für Mensch und Technik prinzipiell keine Gefahr dar. Dennoch sollte man hier, vor allem aber in älteren Gebäuden mit sanierungsbedürftiger Blitzschutzanlage oder in Gebäuden ganz ohne Blitzschutzanlage, bei Gewitter in unmittelbarer Nähe bestimmte Verhaltensregeln beachten:
·          Vermeiden Sie den Kontakt mit allen metallenen Leitungen, die von außen ins Haus geführt werden (z.B. Wasserleitungen, Gasleitungen, Fernwärmeversorgungen, elektrische Installationen, Antennenkabel, Telefonleitungen), wenn Sie nicht sicher sind, dass ein ordnungsgemäßer Potentialausgleich fachgerecht hergestellt wurde.
·          Verschieben Sie möglichst Telefongespräche, wenn Sie nicht sicher sind, dass die Telefonanlage ausreichend gegen Blitzeinwirkungen geschützt ist.
·          Ziehen Sie die Netzstecker und Antennenstecker an hochwertigen elektronischen Geräten (Fernseher, HiFiAnlagen) bzw. die Netzstecker und Stecker von Signal‑ und Datenleitungen an PCs und Peripheriegeräten. Spezielle Überspannungsschutzgeräte für Netz‑, Antennen‑ und Signalleitungsstecker bieten Schutz vor Überspannungen infolge von fernen Blitzeinschlägen. Derartige Schutzgeräte ersetzen keine Blitzschutzanlage!
·          Beim Duschen und Baden besteht dann Gefahr, wenn die metallenen Wasserleitungen nicht ordnungsgemäß in den Potentialausgleich einbezogen sind

Vom Gewitter im Freien überrascht, was tun?

Werden Sie von einem Gewitter im Freien überrascht, so sollten Sie darauf achten, nicht den höchsten Punkt im Gelände zu bilden.
·          Eine Bodenmulde, ein Hohlweg, die Sohle eines Steinbruches oder der Fuß eines Felsvorsprunges geben einen gewissen Schutz.
·          Suchen Sie die geschützten Bereiche nicht in geschlossenen Gruppen auf!
·          Lehnen Sie sich nicht an Wände an. Hocken Sie sich mit geschlossenen Füßen hin und umfassen Sie die Knie mit beiden Armen! Notfalls setzen Sie sich mit den Füßen eng am Körper, aber legen Sie sich auf keinen Fall gestreckt hin. Halten Sie Abstand zu anderen Personen!
·          In Scheunen, Holz‑ oder Steinhütten, die keine Blitzschutzanlage haben, sollte man sich in der Mitte des Gebäudes aufhalten und ebenfalls Hockstellung einnehmen.
·          Bei Fehlen einer Schutzmöglichkeit meide man Standorte, die erfahrungsgemäß besonders gefährdet sind, wie: einzeln stehende Bäume und Baumgruppen, Bergspitzen, Hügel, Aussichtstürme, Masten von Freileitungen, Antennen und dergleichen. Halten Sie Abstand von Metallzäunen, Gittern und anderen Metallkonstruktionen.
·          Im Inneren eines Waldes mit gleichmäßig hohem Baumbestand ist man ziemlich sicher. Vermeiden Sie jedoch den Waldrand oder die Nähe besonders hoher Bäume. Hocken Sie sich im Wald in einem Mindestabstand von etwa 3 Meter von Stämmen und Astspitzen hin und verzichten Sie lieber auf den Regenschutz unter tiefhängenden Ästen!
·          Es ist ein Irrglaube, dass Buchen und Linden weniger einschlaggefährdet wären als andere Bäume.



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